was - wer - wie - warum

Ein Jahr ist zwischen dem Erscheinen des Buches "diskurs: positionen sind gefragt" und der Landtags- und Gemeinderatswahl in Oberösterreich im Jahr 2003 vergangen. Die absolute Mehrheit für die SPÖ nach den Gemeinderatswahlen in Linz und das sehr gute Ergebnis bei den Landtagswahlen 2003 eröffnet zahlreiche neue Chancen und Aufgaben. Gestaltungsmöglichkeiten aber bedürfen, damit sie in sinnvoller Weise genutzt werden, inhaltlicher Analysen und Konzepte, auf denen aufgebaut werden kann. Und gerade die neue Generation in der SPÖ, von der ein Teil bereits Mandate innehat, ist glaubwürdig und gefordert, hier neue Impulse zu setzen.

Denn durch den Erfolg sind soviele junge Menschen wie noch nie zuvor als Mandatarinnen und Mandatare in die politischen Entscheidungsprozesse eingebunden. Alleine im Linzer Gemeinderat ist die SPÖ durch Christian Forsterleitner, Claudia Hahn, Miriam Köck und Josef Zehetner mit vier unter 30 jährigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten vertreten, im Landtag vertreten die drei ebenfalls unter 30 jährigen Abgeordneten Jasmine Chansri, Vera Lischka und Julia Röper-Kelmayr die Linzer SPÖ. Wobei wir zur „neuen sozialdemokratischen Generation“ nicht nur die jungen politischen Mandatarinnen und Mandatare zählen, sondern auch andere, politisch denkende und engagierte Menschen im Umfeld der Linzer Sozialdemokratie.
Dass hier eine neue politische Generation am Werk ist, ist offensichtlich. Neu und jung ist aber kein Programm. Und neu und jung ist durchaus zweischneidig: Hohe Motivation, Unvoreingenommenheit und neue Ideen stehen geringere politische Erfahrung und Skepsis arrivierter Politikerinnen und Politiker gegenüber.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen und Lösungsansätzen – insbesondere aber nicht ausschließlich auf regionaler Ebene – ist nun die Idee hinter diesem Buch. Denn die Belebung der Diskurskultur und die eingehende inhaltliche Bearbeitung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in der Sozialdemokratie - und über diese hinaus - ist mehr als überfällig.

Dass das vorliegende Buch kein „Grundsatzprogramm“ ist, zeigt schon ein oberflächliches Betrachten der Themen. Die tiefergehende und differenzierte Bearbeitung einzelner, thematisch eingegrenzter Themengebiete wurde bewusst einer allgemeinen und unkonkreten Aneinanderreihung sozialdemokratischer Allgemeinplätze vorgezogen. So finden sich in diesem Buch teilweise auch ganz konkrete und in der (kommunalen) politischen Arbeit umsetzbare Vorschläge.

Eine Besonderheit sind die den einzelnen Beiträgen nachgelagerten Gespräche: Einerseits sollen sie den Leserinnen und Lesern dieses Buches Fragen und Diskussionen, die sich aus der Lektüre der Beiträge ergeben könnten, vorwegnehmen. Andererseits sollen die Gespräche zeigen, dass das Buch nicht nur eine Sammlung politischer Aufsätze diverser Autorinnen und Autoren ist, sondern das gemeinsame Projekt einer neuen politischen Generation, die Wert auf offene Kritik und offenen Diskurs im politischen Meinungsfindungsprozess legt.

Linz, September 2004

Leonhard Dobusch // Christian Forsterleitner // Jakob Huber, (Hrsg.)

„We must know that in this nation
Every single generation
Stange as you say, I say revolution
Need for change brings on revolution
The great book just look see solution.
(...)
It‘s not the past but the future’s
What she fears
Strong we be strong
The next generation
It’s what not who we are facin’
The fingers pointed to us in our direction
The blind state of mind needs correction
(...)
So we come together
And make ‘em all say
Damn this generation”

(Public Enemy /“Revolutionary Generation”)